miércoles, 26 de diciembre de 2007

Weihnachten ohne Weihnachtsstimmung, aber in guter Gesellschaft

Nazca-Linien en Arequipa besichtigt. Faszinierend, aber aus luftiger Hoehe kleiner als erwartet. Danach haben Borja und ich noch einen Abstecher nach Pisco/Paracas gemacht. Man sieht Pisco noch heute deutlich an, dass es im vergangenen August von einem schweren Erdbeben getroffen wurde. Von dem kleinen Ort Paracas aus haben wir uns die Ballestas Inseln (auch "Galapagos der Armen" genannt) mit ihren Pinguinen, Pelikanen, Seeloewen, Guano und zahlreichen anderen Voegeln angeschaut. Dann ist Borja gen Norden, nach Lima, weitergereist und ich nach Arequipa. Ich hatte das Glueck im Bus einen Mann ohne Bein kennenzulernen, der mich ueber Weihnachten zu seiner Familie eingeladen hat. Zunaechst war mir beim Annehmen der Einladung etwas mulmig zu Mute, aber im Endeffekt war die Familie total nett und ich konnte Weihnachten in guter Gesellschaft verbringen. Mit einem Weihnachten zu Hause war es aber natuerlich nicht zu vergleichen, bei Sonnenschein und ollem "Jingle Bells" Gedudel kommt einfach keine Stimmung auf.
Die Tage in Arequipa habe ich ausserdem mit zwei sehr netten Quebecois verbracht. Heute nacht breche ich noch zu einer eintaegigen Tour in die zweittiefste Schlucht der Erde auf. Danach geht es aber wirklich wieder zurueck nach Chile, wahrscheins mit einem Ein-Tages-Chill-Out an seinen noerdlichen Straenden.

jueves, 20 de diciembre de 2007

1000 neue Freunde

"Hola Amigo, pase, pase!...", "Hola Amigo, cómprame algo", "Hola Amigo..." ... wenn ich die Standardanrede der Bolivianer und Perunaer woertlich nehmen wuerde, haette sich mein Freundeskreis inzwischen verhundertfacht.

Seit wenigen Minuten sind wir nur noch zu zweit unterwegs, Borja und ich. Kepa - nebenbei gesagt ein fantastischer Mensch - hat, als wir feststellen mussten, dass es heute keine Busse nach Nazca mehr gab, kurzerhand beschlossen bereits gen Sueden aufzubrechen, um seine fixe Idee, die Wasserfaelle von Iguazu im hintersten Eck Argentiniens zu sehen zu verwirklichen. Zu Silvester in Valparaiso treffe ich den Jungen wieder.

Seit dem letzten Eintrag haben wir viel gesehen und unternommen. Zunaechst haben wir den Hexenkessel La Paz verlassen und uns die Ruinen von Tiwanaku angesehen; Tiwanaku war die bedeutenste Kultur in Peru/Bolivien bevor sie von den Inca verdraengt wurden. Im Vergleich zu Machu Picchu in Peru ist die wichtigste archaelogische Fundstelle in Bolivien aber mickrig. Von dort aus ging es weiter nach Copacabana am Titicacasee. Von der netten Touri-Stadt aus haben wir ein Boot zur Isla del Sol im Titicacasee genommen, wo wir zwei Tage lang wunderschoen wandern waren. Nebenbei muss gesagt werden, dass wir bis zum Uebertreten der Grenze nach Peru unglaubliches Glueck mit dem Wetter hatten. Eigentlich ist Regenzeit - und inzwischen steht Bolivien auch unter Wasser - aber selbst als es auf der Isla del Sol doch einmal ueber uns geregnet und gewittert hat, so war es nicht waehrend unserer Wanderung, sondern nachts waehrend wir gemuetlich schliefen.

Zurueck in Copacabana haben wir am naechsten Tag den Bus nach Puno, Peru genommen. Dort haben wir uns nicht lange aufgehalten, sondern nur schnell die schwimmenden Inseln des Volks der Uro besichtigt, eine Touri-Tour sondersgleichen, aber die Inseln sind dennoch beeindruckend und einzigartig.

Von Puno aus gings nach Cusco, der ehemaligen Hauptstadt des Inka-Reiches. Cusco ist absolut beeindruckend und sehr schoen. Natuerlich auch sehr touristisch, aber wo es so viel erhaltene Prachtbauten der Spanier, schoene Gassen und Inka-Mauern gibt, da kommt halt alle Welt. Von Cusco aus haben wir zunaechst einen Tagesausflug zur Besichtigung einiger Inka-Ruinen im Heiligen Tal in der Naehe der Stadt gemacht. Eigentlich wollten wir das erst nach der Reise zum Machu Picchu von Cusco aus tun, aber da die Busfahrt wegen Blockade der Strasse durch Steinschlag gecancelt wurde, mussten wir einen Plan B aus der Tasche zaubern. Einen Tag spaeter schliesslich haben wir uns zum Machu Picchu aufgemacht und zwar nicht wie die meisten Leute ueber den Weg der Inka (haetten wir gerne gemacht, aber war nicht nur teuer, sondern auch nicht zeitnah moeglich), sondern ueber eine alternative Route. Die Anreise im Bus war aufregend, wie gesagt ist es Regenzeit und deswegen kam es auch an diesem Tag zu Steinschlaegen. Mehrmals mussten/wollten alle Passagiere aussteigen, wenn der Bus gefaehrliche Stellen zu passieren hatte. "Piedras, piedras... corren, corren!" (Steine, Steine, rennt, rennt!) hiess es zu allem Ueberdruss noch, als wir eine solche Stelle zu Fuss ueberquerten. Bevor wir Aguas Calientes, die Stadt am Fusse der Inka-Stadtr Machu Picchu erreichen konnten, mussten wir noch eine Nacht in einer kleinen Stadt, Santa Therese, verbringen. Dort allerdings haben wir es uns gut gehen lassen, erst in die nahegelegenen Thermalbaeder, dann mit ein paar Kanadiern und Basken ordentlich feiern, das einzigste Mal auf der Reise bisher. Da wir viel sehen wollen, sind wir meistens schon direkt nach dem Abendessen muede und es wird auch um halb 7 schon dunkel. Am naechsten Tag sind wir dann noch einige Kilometer mit schoenen Panorama-Ansichten in einem kleinen Bus durch Semi-Regenwald gefahren. Danach fehlten nur noch zwei Stunden Marsch entlang der Bahngleise um Aguas Calientes zu erreichen, wo wir uns das mieseste Hostal des Ortes zum Uebernachten ausgesucht haben. Gespiessen haben wir dort dagegen wie die Koenige. Der Preis von zwei Euro fuer ein gepflegtes Drei-Gaenge-Menu mit Getraenk ist fuer peruanische (Nicht-Touri-)Verhaeltnisse zwar ordentlich (wir pflegen in Peru einfache 3-Gaenge-Menus fuer 30-60 Cent zu essen), aber wer kann sich da beschweren.

Nun denn, heute in aller Fruehe dann schliesslich Aufstieg zum Machu Picchu; sehr anstrengend mit all unserem Gepaeck. Aber es hat sich gelohnt. Zu den Ruinen moechte ich nicht viel sagen, ausser, dass sie zu Recht zu den 7 "neuen" Weltwundern gezaehlt werden.

Statt wie geplant heute werden Borja und ich dann morgen nach Nazca reisen, um uns die geometrischen Figuren dort aus dem Flugzeug anzuschauen. Danach reise ich wahrscheinlich bereits wieder gen Sueden, nach Arequipa zunaechst.

martes, 11 de diciembre de 2007

Bolivien ist eine andere Welt

Nun denn, ich berichte ein wenig von meiner bisherigen Reise. Oft wuerden Bilder mehr sagen als Worte, aber noch kann ich nicht uploaden.

Die Ueberfahrt von Chile nach Bolivien war bitter. Vor allem bitter-kalt. Des Nachts, durch die bolivianische Hochebene, ohne Heizung, bei kaputten Fensterscheiben, ohne Toilette, in einem Uraltbus vollbepackt mit bolivianischen Familien und ihren Habseligkeiten, unzaehlige unnoetige Stops und stundenlanges Warten an der Grenze, bis diese erst einmal aufgemacht hat. Im Vergleich zu den komfortablen, zuegigen Ueberlandfahrten in Chile war das ein ziemlicher Kontrast. Unsere erste Station in Bolivia war der beruehmte Salzsee von Uyuni, ueber den wir eine eintaegige Tour gemacht haben. In der Stadt Uyuni wurde ich das erste Mal mit den Cholitas vertraut, die fuer Bolivien charakteristisch sind. Als Cholitas werden die indigenen Frauen bezeichnet, die - obgleich sie sich in der Stadt niedergelassen haben moegen - ihre traditionelle Kleidung tragen und stets etwas in ihren schoenen Rueckentuechern tragen (Ware oder Kind).

Von Uyuni ging es nach Potosí, einer Bergbaustadt auf ueber 4000 Meter Hoehe. Sie war vor wenigen Jahrhunderten die groesste Stadt der Welt (groesser als Paris, London etc) und aufgrund reichhaltiger Silbervorkommen auch eine der reichsten. Dank des Silberrauschs stehen dort heute noch viele schoene und prunkvolle Gebaeude, vor allem Kirchen, aus der Zeit der Kolonisierung. Den Bergbau gibt es ebenfalls noch - und man koennte meinen, an den Arbeitsbedingungen unter Tage haette sich nichts geandert seit waehrend der spanischen Herrschaft 8 Millionen Eingeborene und Schwarze dort den Tod fanden. Wir haben die Mine einen Vormittag lang besichtigt. Kaum Licht, Boden voller Matsch, Laufen nur gebueckt oder Kriechen, Abbau mit Pickel und Foerderwaegen, die von Arbeitern an Seilen gezogen werden, giftige Gase, Temperaturen bis 45 Grad, keine Essenspausen waehrend der 8-stuendigen Schichten. Die Minenarbeiter sterben gewoehnlich im Alter von 40-45 Jahren an Verstaubung der Lungen. Trotzdem ist die Arbeit fuer viele Bolivianer attraktiv, weil sie dort relativ gut verdienen, oder wenn sie Glueck haben sogar zu Reichtum kommen. Dennoch bitter. Die schwere Arbeit und den Verzicht auf Nahrung unter Tage ertragen die Arbeiter durch das Kauen von Coca. Natuerlich haben wir diese Droge, die keine ist, auch probiert. Angeblich hilft sie gegen die Hoehenkrankheit, die sich in meinem Fall mit leichten Kopfschmerzen und Schwindel bemerkbar gemacht hat. Um Unfaelle zu vermeiden, opfern die Minenarbeiter Coca, Alkohol, Zigaretten und Lama-Foeten dem Teufel, der in der Mine durch eine skurille Statue verkoerpert wird. Mit seinen Traditionen und niedrigem Entwicklungsstatus bietet Bolivien einen echten Kontrast zum "mitunter postmodernen Chile".

Von Potosí nach Sucre, der de jure Hauptstadt Boliviens. Als "weisse Stadt" oder "Athen Boliviens" wird sie von vielen als die Schoenste des Landes gepriesen. Es mag an der sonntaeglichen Verschlafenheit der Stadt gelegen haben, dass ich gar nicht sooo entzueckt von ihr war. Schoen ist sie doch. Aber besser verschlafen als in dem Zustand von vor einer Woche, als bei den Demonstrationen gegen die Regierung und die neue Verfassung bzw. fuer die "Wiedermachung zur de facto Hauptstadt drei Demonstranten umkamen und 500 verletzt wurden. Die aktuelle Politik Boliviens und die sozialen Transformationsprozesse unter dem ersten indigenen Praesidenten Evo Morales und seiner "Bewegung zum Sozialismus" waeren ein Thema fuer sich, aber ich bin da kein Experte.

Von Sucre nach La Paz, der de facto Haupstadt. La Paz ist die Hostie! Abertausende von unverputzten Haeusern, geworfen in einen grossen Kessel von Huegeln und Bergen. Ein Gedraenge und ein Geschrei, Demos und Polizei. Strassenmaerkte ueber Strassenmaerkte statt auch nur einem Supermarkt, den ich gesehen haette. Hier sieht man auch besonders, das Bolivien das (fast) aermste Land Suedamerikas ist, viele Bettler. Fuer Touristen sind die Preise dort deswegen auch unglaublich guenstig (z.B. einfaches 3-Gaenge Mittagessen 70 Euro-Cent).

Von La Paz aus haben wir heute einen weiteren Touri-Klassiker unternommen, den Mountainbike-Downhill-Ride auf "der gefaehrlichsten Strasse der Welt". (Der reisserische Titel geht auf einen Bericht der inter-amerikanischen Entwicklungsbank aus dem Jahr 1995 zurueck, bezog sich aber auf den motorisierten Verkehr, der heute eine neu gebaute Strasse benutzt). Landschaftlich war es eine runde Sache und dank der schrottigen Fahrraeder hatte die Tour auch ein bisschen was von Abenteuer. Kepa hats geprezelt, aber halb so wild. Muessen ihn halt morgen bei der Besichtigung der Tiwanaku-Ruinen und der Reise zum Titikakasee etwas stuetzen.

sábado, 8 de diciembre de 2007

Unterwegs

Bin seit einer Woche mi tzwei Kommilitonen von der iberischen Halbinsel, Kepa und Borja, unterwegs durch Nordchile, im Moment Bolivien und in einigen Tagen Peru. Bisher war die Reise super, wir sehen viel interesantes. Bolivien ist eine andere Welt! Aber darueber schreibe ich, wenn ich mehr Zeit habe...