domingo, 28 de octubre de 2007

Im "kleinen Süden"

Die letzte Woche habe ich mir von der Uni eine Auszeit gegönnt und bin alleine mit dem Bus in den "kleinen Süden" Chiles gereist. Die Gegend zwischen Valdivia und der Insel Chiloé zeichnet sich vor allem durch zwei Dinge aus: schöne Natur (viel grün) und den Einfluss deutscher Einwanderer aus dem 19. und 20. Jahrhundert. So kommt es einem in dem ländlichen Idyll voller Schafe, Rinder, Pferde und Zottligem manchmal vor als wäre man im Alpenvorland, in der Schweiz oder wo auch immer. Ich hatte ziemliches Glück mit dem Wetter in der ansonsten recht verregneten Region. Aber ich will nicht viele Worte verlieren, untenstehend ein paar Bilder.

Reise in den kleinen Süden und Chiloé

lunes, 15 de octubre de 2007

Chucha

Nur ein paar Kleinigkeiten, kurzes Briefing sozusagen.

Den Englischunterricht hab ich gecancelt, weil ich den Kopf grad nicht mehr recht frei hab dafür und auch gar nicht mehr viele Male blieben. Ausserdem hatte ich das Gefühl, dass ich Freitag nie recht motiviert sein werde, früh aufzustehen, da das Wochenende hier Donnerstag abend beginnt.

Nett ist, dass meine Mitbewohner mal wieder eine künstlerische Ader haben. Pancho zupft elegant die Gitarre, spricht furchtbar undeutlich, raucht zuviel und schreibt gerade seine Diplomarbeit in Biochemie. America, so der Name meiner Mitbewohnerin, schreibt Gedichte und malt und liest viel. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob ich ihren Sinn für Ästhetik teile. Sie war es gewiss auch, die eine Wohnzimmerwand mit dem bedeutungsschwangeren Satz "When will you start to see yourself through the grave?" geschmückt hat.

Ach ja, und dann kann ich noch berichten, dass meine sozialen Kontakte hier mitunter wahnsinnig oberflächlich sind. Die "Schuld" dafuer, wenn man das so nennen moechte, kann ich bestenfalls teilweise darauf schieben, dass ich mich den hiesigen Verhaeltnissen angepasst haette. Es haengt auch einfach mit dem "Erasmus-Leben" zusammen, das ich hier fuehre, d.h. vor lauter Kontakten und Moeglichkeiten komme ich kaum dazu, einzelne Bekanntschaften zu vertiefen. Etwas bedenklich finde ich ebenfalls, dass ich - weiss Gott warum - hier immer mehr schwule Bekannte und Freunde habe. Nicht dass das an sich ein Problem fuer mich waere, aber bei dem Gedanken, dass man mich deswegen ebenfalls für schwul hält, ist mir nicht ganz wohl.

Valpo, Wohnung, Santiago

viernes, 12 de octubre de 2007

Gute Lüfte

Die letzte Woche habe ich mir eine kleine Auszeit von der Uni genommen und bin mit Kepa (Baske), Ramon und Rolando (Mexiko) nach – hach, wer hätts erraten – Buenos Aires gereist. Der sechs Tage haben wir allen zwei volle für die Anreise im Bus verbraten. Es wäre viel gewonnen, wenn die Busgesellschaften nicht immer die allermiesesten Filme zeigen würden.

Buenos Aires, genannt „Hauptstadt des Tangos“ oder „Paris Südamerikas“, hat mir super gefallen und ich bedaure, dass wir nur 3 Tage dort sein konnten und so die Stadt nur oberflächlich kennenlernen konnten. Tausend Dank geht an Rinili (Kommilitonin aus Dresden), die mich trotz Saure-Gurken-Zeit spontan bei sich aufgenommen und gütigst umsorgt hat. Sie hat uns auch am ersten Abend gleich mal auf eine schöne argentinische Sause mit Livemusik im Wohnzimmer geschleppt. Die restlichen Abende haben wir ruhig verbracht und unsere Energie aufs Sightseeing tagsüber verwendet, die verschiedenen Viertel abklappernd.

Die Argentinier bzw. insbesondere die porteños (Bewohner von Buenos Aires) stehen in dem Ruf besonders eingebildet zu sein. Fragt ein Argentinier einen Spanier: „Welches Land ist dem Himmel am nächsten?“ Darauf der Spanier, genervt: „Bestimmt Argentinien, richtig?“ „Nein, Uruguay.“ (Argentiniens Nachbarland). Kleiner Scherz am Rande, ne. Im Übrigen muss gesagt werden, dass die argentinischen Frauen ausgesprochen hübsch sind, das erklärt den vermeintlichen Stolz der Argentinier mit Recht bestimmt zur Hälfte.

Einen Tag haben wir dann schließlich noch in Rosario verbracht, der Geburtstadt des Herrn Ernesto Guevara de la Serna. Der Zufall wollte es, dass wir genau an seinem 40. Todestag vor seinem Haus standen, wo denn auch ein paar Leute sich versammelt hatten, um dem großen Idol Lateinamerikas zu huldigen.

Kurz vor der Argentinien-Reise hab ich noch einen eintägigen Abstecher nach Santiago gemacht, um bei einer Messe europäischer Universitäten auszuhelfen. Dabei hab ich zufällig chilenische Kommilitonen getroffen und hab mit denen noch einen netten Abend verbracht. Santiago selbst fand ich jetzt nicht berauschend, nicht nur wegen der riesigen Smogglocke nicht. 1:0 für Buenos Aires!

Buenos Aires

martes, 2 de octubre de 2007

Neuland

Vorgestern bin ich schlussendlich umgezogen. In letzter Sekunde habe ich mich für eine andere Wohnung als die im letzten Eintrag umrissene entschieden. Die Tage zuvor ist mir meine Entscheidungsschwäche in solchen Dingen ganz schön bewusst geworden. Gleichzeitig habe ich gespürt, dass ich das Leben hier etwas gelassener sehe und das gefällt mir. Die Wohnung in der ich jetzt wohne, ist auch nicht gerade perfekt (etwas weiter ab vom Schuss, noch kein Internet und, was mir bei der Besichtigung nicht auffiel: kein Tageslicht in meinem Zimmer). Aber das Gute ist, dass ich einen guten ersten Eindruck von meinen Mitbewohnern habe, denn schließlich ist es mir wichtiger mit netten Leuten zusammen zu leben als in einer tollen Wohnung. Meine neuen Mitbewohner sind Pancho und Meri, zwei Chilenen. Matthew lebt nun bei Borja, Marta und Aurora; eine Option, die mich wenig reizte.

Vergangenen Freitag habe ich das erste Mal beim Englischunterricht in einer Schule assistiert (es gibt ein Regierungsprogramm, das anglophone Muttersprachler oder Leute, die gut Englisch können, für die Unterstützung eines chilenischen Lehrers im Englischunterricht zu gewinnen versucht). Es ist nicht so, dass ich von meinen ersten Erfahrungen dort hellauf begeistert bin; nennen wir es eine Herausforderung. Der Unterrichtsstil oder das „Klassenklima“ unterscheidet sich schon deutlich von dem, was ich aus Deutschland/Bayern/Lauf kenne. Es werden eifrig während der Stunde Handytöne abgespielt und im Grunde macht jeder, was er will (so kam es mir zumindest vor; vielleicht gibt es subtilere Verhaltenscodizes, die mir bisher entgingen). So überrascht es auch wenig, dass die Englischkenntnisse der Schüler, im Alter von etwa 17, ziemlich fatal waren. In meiner ersten Klasse habe ich mich noch auf Englisch vorgestellt, aber aufgrund der weit aufgerissenen Augen und dem allmählichen Gemurmel in der zweiten Klasse gleich davon abgesehen. Schon jetzt ist mir klar: mein Wirken dort wird eine Gratwanderung zwischen (1) mich auf die Schüler einlassen (impliziert offenbar vulgäre Themen) und (2) sicherstellen, dass sie den Respekt vor mir wahren und auch ein bisschen was lernen. Soviel dazu, mal schauen wie's weiter geht.

Und noch eine Mini-Neuerung: ich bin jetzt wieder im Besitz meines eigenen PCs, meines Laptops, der kurz vor meiner Ausreise den Geist aufgab. Wem verdanke ich das? Meinem Bruder Joni und vor allem Maria, einer Dresdner Kommilitonin, die am Wochenende in Chile ankam. Mit ihr habe ich denn das Wochenende verbracht, ein bisschen Sightseeing, ein bisschen schlemmern auf dem Cerro Alegre.

Am Wochenende war außerdem eine heiß ersehnte Party von Freunden aus dem Baskenland und Mexiko, die mich allerdings eher kalt ließ. Obwohl ich auch für die Uni dieser Tage das ein oder andere tun muss (Zwischenprüfungen, Hausarbeiten), bin ich praktisch ständig unterwegs, abends und auch sonst.

Ich schließe mit der Bemerkung, dass dies der erste Eintrag ist, bei dem mir ständig spanische Formulierungen in die Quere kommen und ich erst den jeweils passenden deutschen Ausdruck suchen muss. ¡Qué bien!

Valpo 5