"Hola Amigo, pase, pase!...", "Hola Amigo, cómprame algo", "Hola Amigo..." ... wenn ich die Standardanrede der Bolivianer und Perunaer woertlich nehmen wuerde, haette sich mein Freundeskreis inzwischen verhundertfacht.
Seit wenigen Minuten sind wir nur noch zu zweit unterwegs, Borja und ich. Kepa - nebenbei gesagt ein fantastischer Mensch - hat, als wir feststellen mussten, dass es heute keine Busse nach Nazca mehr gab, kurzerhand beschlossen bereits gen Sueden aufzubrechen, um seine fixe Idee, die Wasserfaelle von Iguazu im hintersten Eck Argentiniens zu sehen zu verwirklichen. Zu Silvester in Valparaiso treffe ich den Jungen wieder.
Seit dem letzten Eintrag haben wir viel gesehen und unternommen. Zunaechst haben wir den Hexenkessel La Paz verlassen und uns die Ruinen von Tiwanaku angesehen; Tiwanaku war die bedeutenste Kultur in Peru/Bolivien bevor sie von den Inca verdraengt wurden. Im Vergleich zu Machu Picchu in Peru ist die wichtigste archaelogische Fundstelle in Bolivien aber mickrig. Von dort aus ging es weiter nach Copacabana am Titicacasee. Von der netten Touri-Stadt aus haben wir ein Boot zur Isla del Sol im Titicacasee genommen, wo wir zwei Tage lang wunderschoen wandern waren. Nebenbei muss gesagt werden, dass wir bis zum Uebertreten der Grenze nach Peru unglaubliches Glueck mit dem Wetter hatten. Eigentlich ist Regenzeit - und inzwischen steht Bolivien auch unter Wasser - aber selbst als es auf der Isla del Sol doch einmal ueber uns geregnet und gewittert hat, so war es nicht waehrend unserer Wanderung, sondern nachts waehrend wir gemuetlich schliefen.
Zurueck in Copacabana haben wir am naechsten Tag den Bus nach Puno, Peru genommen. Dort haben wir uns nicht lange aufgehalten, sondern nur schnell die schwimmenden Inseln des Volks der Uro besichtigt, eine Touri-Tour sondersgleichen, aber die Inseln sind dennoch beeindruckend und einzigartig.
Von Puno aus gings nach Cusco, der ehemaligen Hauptstadt des Inka-Reiches. Cusco ist absolut beeindruckend und sehr schoen. Natuerlich auch sehr touristisch, aber wo es so viel erhaltene Prachtbauten der Spanier, schoene Gassen und Inka-Mauern gibt, da kommt halt alle Welt. Von Cusco aus haben wir zunaechst einen Tagesausflug zur Besichtigung einiger Inka-Ruinen im Heiligen Tal in der Naehe der Stadt gemacht. Eigentlich wollten wir das erst nach der Reise zum Machu Picchu von Cusco aus tun, aber da die Busfahrt wegen Blockade der Strasse durch Steinschlag gecancelt wurde, mussten wir einen Plan B aus der Tasche zaubern. Einen Tag spaeter schliesslich haben wir uns zum Machu Picchu aufgemacht und zwar nicht wie die meisten Leute ueber den Weg der Inka (haetten wir gerne gemacht, aber war nicht nur teuer, sondern auch nicht zeitnah moeglich), sondern ueber eine alternative Route. Die Anreise im Bus war aufregend, wie gesagt ist es Regenzeit und deswegen kam es auch an diesem Tag zu Steinschlaegen. Mehrmals mussten/wollten alle Passagiere aussteigen, wenn der Bus gefaehrliche Stellen zu passieren hatte. "Piedras, piedras... corren, corren!" (Steine, Steine, rennt, rennt!) hiess es zu allem Ueberdruss noch, als wir eine solche Stelle zu Fuss ueberquerten. Bevor wir Aguas Calientes, die Stadt am Fusse der Inka-Stadtr Machu Picchu erreichen konnten, mussten wir noch eine Nacht in einer kleinen Stadt, Santa Therese, verbringen. Dort allerdings haben wir es uns gut gehen lassen, erst in die nahegelegenen Thermalbaeder, dann mit ein paar Kanadiern und Basken ordentlich feiern, das einzigste Mal auf der Reise bisher. Da wir viel sehen wollen, sind wir meistens schon direkt nach dem Abendessen muede und es wird auch um halb 7 schon dunkel. Am naechsten Tag sind wir dann noch einige Kilometer mit schoenen Panorama-Ansichten in einem kleinen Bus durch Semi-Regenwald gefahren. Danach fehlten nur noch zwei Stunden Marsch entlang der Bahngleise um Aguas Calientes zu erreichen, wo wir uns das mieseste Hostal des Ortes zum Uebernachten ausgesucht haben. Gespiessen haben wir dort dagegen wie die Koenige. Der Preis von zwei Euro fuer ein gepflegtes Drei-Gaenge-Menu mit Getraenk ist fuer peruanische (Nicht-Touri-)Verhaeltnisse zwar ordentlich (wir pflegen in Peru einfache 3-Gaenge-Menus fuer 30-60 Cent zu essen), aber wer kann sich da beschweren.
Nun denn, heute in aller Fruehe dann schliesslich Aufstieg zum Machu Picchu; sehr anstrengend mit all unserem Gepaeck. Aber es hat sich gelohnt. Zu den Ruinen moechte ich nicht viel sagen, ausser, dass sie zu Recht zu den 7 "neuen" Weltwundern gezaehlt werden.
Statt wie geplant heute werden Borja und ich dann morgen nach Nazca reisen, um uns die geometrischen Figuren dort aus dem Flugzeug anzuschauen. Danach reise ich wahrscheinlich bereits wieder gen Sueden, nach Arequipa zunaechst.
jueves 20 de diciembre de 2007
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