lunes, 5 de noviembre de 2007

Hüpfer über die Anden

Ich kann es kaum glauben: der letzte Monat meines Studiums beginnt. Noch ein paar Prüfungen, Referate, Hausarbeiten, dann hat sichs ausstudiert in Valpo. Wie die Zeit vergeht!

Das vergangene Wochenende, verlängert durch Allerheiligen, habe ich mal wieder reisend zugebracht. Diesmal gings zusammen mit Andreas, einem deutschen Kommilitonen, nach Mendoza, einer größeren Stadt in Argentinien jenseits der Anden. Da ich eine Mandelentzündung mit mir rumschleppte, haben wir die Tage auf sehr entspannte Weise verbracht. Deswegen mussten wir uns auch die an sich obligatorische Verköstigung der weltberühmten Weine entgehen lassen. Übernachten konnten wir günstigerweise bei Bekannten, zwei Deutschen und einer Französin, die dort studieren.

Ganz anders als die chilenischen Städte, die ich kenne, ist Mendoza eine grüne Stadt. Die Strassen sind durchgehend mit großen Bäumen gesäumt, die einem bei der Hitze Schatten spenden und der Stadt ein lauschiges Flair verleihen. Außerdem gibt es einen Park, der fast halb so groß ist wie die Stadt selbst.

Auf Empfehlung unserer Gastgeber haben wir am Gottesdienst einer brasilianisch-christlichen Gemeinde mit kernigem Einschlag Exorzismus teilgenommen. "Weiche Dämon, weiche!", brüllte der Pfarrer - oder besser: Animateur - stets ins Mikrofon, während die Gläubigen und wir durch das Spalier der Diener, welche einem die Hand auf den Kopf auflegten, durch die Kirche wandelten. Die Atmosphäre lässt sich nur schwer beschreiben; die "Predigt", die die Pfarrer oder eben Moderatoren ins Mikrofon schmetterten glich eher einer Radio-Show. Nun, ich wollte noch will ich mich über den Glauben der Leute lustig machen. Jedenfalls liegt der Kultus dieser christlichen Gemeinde auf der Expressivitäts-Skala am den Lutheranern gegenüberliegenden Ende. Der Gottesdienstbesuch endete vorzeitig mit einem kleinen Skandal. Andreas fühlte sich von den Handauflegern bedrängt, die ihn nicht losliesen, da sie davon überzeugt waren, dass in ihm ein Dämon hauste. Sie verfolgten ihn noch mehrere hundert Meter durch die Strassen von Mendoza.

Argentinien hat gegenüber Chile den ein oder anderen Vorzug. Es ist super billig, die Leute sind viel besser zu verstehen, entspannt, und irgendwie kultivierter. Und ein argentinisches Asado (Grillen) mit saftigem Steak ist unvergleichlich. Die Argentinier nennen ein kümmerliches Grillfest übrigens Asado chileno. :-p

Normalerweise würde ich diesen fantastischen Reisebericht natürlich mit dem ein oder anderen Bild garnieren, aber ich habe den Eindruck, dass mir meine Kamera auf der Rückreise aus dem Rucksack geklaut wurde, oder wo zum Henker steckt sie?!

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