viernes, 30 de noviembre de 2007

Como si la vida fuera para siempre... chao Valpo!!!

Es ist aus! Ich verlasse die Perle des Pazifiks morgen früh und reise mit Borja und Kepa gen Norden. Hilfe, wie schnell die Zeit verging. Die letzten Wochen hab ich unter ziemlichen Stimmungsschwankungen gelitten, zwischen euphorischen und depressiven Phasen, in denen ich viel daran dachte, was ich nicht alles hätte besser machen können hier, was ich verbockt hab, was nicht hat sollen sein. Ahora: nada de eso. Ich bin nur dankbar, für die schöne Zeit, die ich hier hatte. Seit Wochen schon geh ich bewusster durch die Straßen und weiß jetzt schon, wie ich diese Stadt vermissen werde. Valpo ist einmalig. Aber ich komme ja noch einmal für ein paar Tage her.

In der letzen Woche hier hatte ich noch ein Schlüsselerlebnis: ich hab auf dem Markt eine Zwiebel geschenkt bekommen! Klar, das klingt bescheuert, aber nachdem ich mich schon an den Gedanken gewöhnt hatte, dass man mich als Ausländer hier bei jeder zweiten Gelegenheit prellen würde, war das irgendwie eine nette Geste. Vorgestern Nacht hab ich mich "künstlerisch" oder besser gesagt vandalistisch in Valpo verewigt. Gestern war ich mit Andreas in Quintay, einem nahe gelegenen schönen Strandort zum Fischessen und am Strand. Gestern und heute sind außerdem noch diverse Abschiedsfeiern (gewesen). Vor ein paar Minuten haben meine Mitbewohner und ich zum Abschied nochmal lecker Fisch gekocht und gegessen.

Chao Valparaiso!

Mein Lieblingsvandalimus in Valpo

Últimos Días en Valpo

martes, 20 de noviembre de 2007

Wurde auch Zeit

Nach 3 Monaten in Chile bin ich zum ersten Mal im chilenischen Fernsehen zu sehen gewesen, vergangenen Freitag in den 21-Uhr-Nachrichten. Wie's dazu kam: ich war mit zwei Kommilitonen in Santiago um eine kleine Doku über peruanische Einwanderer in Chile zu drehen. Just als wir die Peruaner an der Plaza de Armas interviewten, hat die Polizei drei von ihnen festgenommen, was unter den Peruanern Protest hervorrief, weil es bei einem der drei sich um ihren Fürsprecher und Präsident der Inmigrantenvereinigung handelte (dem auch nichts vorwerfen zu war). Wir filmten das ganze bzw. waren Teil der aufgebrachten Menge. Das chilenische Fernsehen war selbst zufällig vor Ort, hat dann aber für die Nachrichtensendung auch auf unser Filmmaterial zurückgegriffen.

Ansonsten hier alles ruhig; Uni liegt in den letzten Zügen, es mehren sich die Tage, an denen ich an den Strand gehe. Vorletztes Wochenende war ich mit meinem Mitbewohner und drei seiner Kletterfreunde in einem nahegelegenen Nationalpark, wo wir des Nachts marschiert sind und gezeltet haben, siehe Fotos.

Von der miesen Ernährung und dem dekadenten Leben eines Austauschstudenten habe ich etwas Speck angelegt. Ich versuche dem inzwischen durch Leibesertüchtigung entgegenzuwirken, aber wenn der Dampfer erst einmal gekentert ist...

La Campana

lunes, 5 de noviembre de 2007

Hüpfer über die Anden

Ich kann es kaum glauben: der letzte Monat meines Studiums beginnt. Noch ein paar Prüfungen, Referate, Hausarbeiten, dann hat sichs ausstudiert in Valpo. Wie die Zeit vergeht!

Das vergangene Wochenende, verlängert durch Allerheiligen, habe ich mal wieder reisend zugebracht. Diesmal gings zusammen mit Andreas, einem deutschen Kommilitonen, nach Mendoza, einer größeren Stadt in Argentinien jenseits der Anden. Da ich eine Mandelentzündung mit mir rumschleppte, haben wir die Tage auf sehr entspannte Weise verbracht. Deswegen mussten wir uns auch die an sich obligatorische Verköstigung der weltberühmten Weine entgehen lassen. Übernachten konnten wir günstigerweise bei Bekannten, zwei Deutschen und einer Französin, die dort studieren.

Ganz anders als die chilenischen Städte, die ich kenne, ist Mendoza eine grüne Stadt. Die Strassen sind durchgehend mit großen Bäumen gesäumt, die einem bei der Hitze Schatten spenden und der Stadt ein lauschiges Flair verleihen. Außerdem gibt es einen Park, der fast halb so groß ist wie die Stadt selbst.

Auf Empfehlung unserer Gastgeber haben wir am Gottesdienst einer brasilianisch-christlichen Gemeinde mit kernigem Einschlag Exorzismus teilgenommen. "Weiche Dämon, weiche!", brüllte der Pfarrer - oder besser: Animateur - stets ins Mikrofon, während die Gläubigen und wir durch das Spalier der Diener, welche einem die Hand auf den Kopf auflegten, durch die Kirche wandelten. Die Atmosphäre lässt sich nur schwer beschreiben; die "Predigt", die die Pfarrer oder eben Moderatoren ins Mikrofon schmetterten glich eher einer Radio-Show. Nun, ich wollte noch will ich mich über den Glauben der Leute lustig machen. Jedenfalls liegt der Kultus dieser christlichen Gemeinde auf der Expressivitäts-Skala am den Lutheranern gegenüberliegenden Ende. Der Gottesdienstbesuch endete vorzeitig mit einem kleinen Skandal. Andreas fühlte sich von den Handauflegern bedrängt, die ihn nicht losliesen, da sie davon überzeugt waren, dass in ihm ein Dämon hauste. Sie verfolgten ihn noch mehrere hundert Meter durch die Strassen von Mendoza.

Argentinien hat gegenüber Chile den ein oder anderen Vorzug. Es ist super billig, die Leute sind viel besser zu verstehen, entspannt, und irgendwie kultivierter. Und ein argentinisches Asado (Grillen) mit saftigem Steak ist unvergleichlich. Die Argentinier nennen ein kümmerliches Grillfest übrigens Asado chileno. :-p

Normalerweise würde ich diesen fantastischen Reisebericht natürlich mit dem ein oder anderen Bild garnieren, aber ich habe den Eindruck, dass mir meine Kamera auf der Rückreise aus dem Rucksack geklaut wurde, oder wo zum Henker steckt sie?!