domingo, 2 de septiembre de 2007

3 mal Glueck und einmal Pech

Inzwischen hat man dreimal versucht mich zu berauben, und dreimal hab ich Glueck gehabt, aber meine Begleiter leider nicht immer. Dass ich zusammen mit Matthew ueberfallen wurde und er seinen Geldbeutel los wurde hab ich ja schon erzaehlt.
Letzte Woche bin ich mit Andreas, einem anderen deutschen Studenten, die Huegel hinaufgestiegen, um eine schoene Aussicht auf die Bucht von Valpo zu haben. Die Aussicht war auch wirklich super. Es ist bekannt, dass je hoeher man die Huegel hinauf steigt es gefaehrlicher wird bzw. einfach aermere Leute dort wohnen. Jedenfalls haben wir einen Chilenen kennengelernt der uns herumgefuehrt hat und sich mit uns unterhalten hat. Schlussendlich wollte er dann ein Foto von mir und Andreas mit Andreas´ Kamera machen. Andreas war leichtsinnig genug ihm die Kamera zu geben. Ich konnte den Typen leider nicht mehr einholen.
Als ich dann gestern von Valpo mit dem Bus in die Nachbarstadt Viña del Mar gefahren bin kam es dann nochmal zu einem Zwischenfall. Als ich beim Busfahrer bezahlt hab, hat man mich darauf aufmerksam gemacht, dass ein Typ hinter mir meine Rucksacktaschen durchforstet. Sogar als ich mich umgedreht habe hat er glaub ich noch weiter gemacht. Jedenfalls hatte er meine Fotokamera in der Hand. Zu meinem Glueck hat er sie aber irgendwie in den Bus fallen lassen und als wir losfuhren ist er abgehaut. Glueck fuer mich.
Viña, das ist Valpos Nachbarstadt und Alter Ego. Die Stadt ist sicherer, touristischer, neuer, mit Hotels und Bettenburgen, Strand und grossen Geschaeften und Geschaeftsketten (die es in Valpo ja nicht/kaum gibt). Es heisst die eine Stadt koennte ohne ihren Gegenentwurf nicht existieren. Uebrigens leben alle US-amerikanischen Austauschstudenten in Viña und alle europaischen in Valpo (dort allerdings im besten Viertel).

Heute hatte ich dann etwas Pech. Wollte mit Fabian, einem deutschen Austauschstudenten, in die Anden Ski fahren gehen. Es stellte sich heraus, dass wir beiden die einzigen Skifahrwilligen in einem Bus voller chilenischer Familien waren. Der Bus ist zu spaet los gefahren und hat mehrmal laenger gehalten, vor allem aber wurden alle Busse 5 km vor dem Skigebiet gestoppt. Der Tag hat eindruecklich die Grenzen zwischen reich und dem Rest aufgezeigt. Alle Leute, die mit dem Bus kamen mussten sich eben damit begnuegen ein wenig im Schnee zu tollen. Einzelne Autos wurden zum Skigebiet durchgelassen, das nur aus einem einzigen grossen Hotel besteht, das ein US-Amerikaner dort hingepflanzt hat. Per Anhalter sind wir beide dort auch noch hingekommen (das war schon ziemlich schwierig, denn obwohl viele Autos Platz hatten, haben sie uns nicht mitgenommen). Angesichts der fortgeschrittenen Zeit in Kombination mit dem Umstand, dass es nur Tagespreise fuer Snowboard und Skipass gab haben wir uns entschlossen, die Gelegenheit fuer eine Stunde in den Anden Ski zu fahren saussen zu lassen und lieber auf der Terasse des Hotels zu chillen. Ich bin sicher, dass dem Organisator der Fahrt bekannt war, dass man uns nicht durchlassen wuerde. Die chilenischen Familien jedenfalls haben sich auf der Rueckfahrt mit Spottliedern ueber den Busfahrer gut getroestet.

Letzten Freitag kam mir erstmals der Verdacht, dass der eigentliche "Kulturbruch" an ganz unverhoffter Stelle auftreten koennte. Beim Weggehen. Die Chilenen sind naemlich alle verrueckt nach Reggaeton. Das wird rauf und runter gespielt und ist fuer mich schon manchmal recht anstrengend. Bevor ich Freitag in einen Club gegangen bin war ich noch Chorrillana essen und in einer Karaoke-Bar. Chorrillana, das ist ein chilenisches Nationalgericht, das in Valparaíso erfunden wurde und recht gut in das Bild passt, das ich bisher vom chilenischen Essen gezeichnet habe. Die Basis sind Pommes Frites, daruber gebratene Eier und allerlei Fleisch. Ganz lecker aber irre fett und fuellend. Die Karaoke-Bar war dann wirklich bitter was Musik und das Etablissement selbst angeht, aber die ChilenInnen sind natuerlich ausgeflippt vor Begeisterung. Haette man selbst erleben muessen.

Portillo

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