Ich befinde mich im Flughafen von Atlanta, 1 Stunde vor dem Abflug nach Frankfurt.
Heute morgen habe ich noch die Gelegenheit wahrgenommen trotz Übermüdung einen kurzen Abstecher in die Innenstadt von Atlanta zu machen, und damit zum ersten Mal in meinem Leben „imperiales Territorium“ zu betreten. Das CNN-Center in Atlanta konnte ich leider nicht besichtigen, denn vor zwei hat ein Tornado durch die Stadt gefegt, und die Räumungsarbeiten werden noch eine Weile laufen. Überhaupt war die Stadt ziemlich gespenstisch, verwüstet und menschenleer am Sonntag morgen. Die Bevölkerung ist weitgehend schwarzer Hautfarbe. Dem entsprechend waren die Leute wegen ihres typischen Akzents für mich nicht ganz einfach zu verstehen. Viele tragen Ghettoklamotten wie im Film und der ein oder andere hat auch eindeutig einen Schuss. Ich hab dann zufällig noch einer Unterhaltung von – Obdachlosen? Bürgerrechtsbewegungsveteranen? Irren Missionaren? - mehr oder minder passiv beigewohnt. Kommentiert wurden die Tornadoschäden (dieser Teil besonders lebhaft und mit bildhafter Sprache), die Katrina-Nachwehen in New Orleans, der Klimawandel, die Bürgerrechtsbewegung der 60er sowie die politische und ökonomische Situation der USA. Durchaus interessant.
Eine interessante und überaus hitzige Diskussion hatte ich auch gestern noch mit einem Chilenen über die Allende/Pinochet-Problematik. Auf meiner In-Chile-Zu-Tun-Liste hatte mir eine fundierte, unglaublich polemische, wenn auch für mich nicht tragbare Position eines überzeugten Pinochet-Apologeten gerade noch gefehlt.
Es scheint mir praktisch überflüssig zu vermerken, dass ich auch die letzten Tage in Santiago/Valparaiso noch wunderbar und im Kreise vieler Freunde verbracht habe.
Zum Abschluss möchte ich mich noch bei den Leuten bedanken, die meinem Aufenthalt in Lateinamerika zu dem gemacht haben, was er war. Natürlich kann ich stellvertretend nur ein paar Leute nennen. Lesen werden sie das nie:
Andi (Valpo) – für seine Freundschaft, Gastfreundschaft und seinen Irrsinn
Carolina (Valpo) – für die gemütlichen Biere am Hafen, für ihre Offenheit, Lockerheit und Interesse
Iris (Chiclayo) – tja, wofür? Für sie und die fantastischen Momente in Chiclayo
Joshua (Santiago) – für seine extreme Gastfreundschaft und den Spaß, den wir hatten
Kepa (Valpo) – für seine „buena onda al máximo“ und sein ewiges „Hostia, tio!“
Marie-Joelle und den Jungs von PROA (Chiclayo) – für ihre Hilfe und die gute Zeit in Peru
Den Teilnehmern des Freiwilligencamps in Südchile, insbesondere der „Cuadrilla 11“ und Nadia: für meine Chilenisierung und ihre Zuneigung
In diesem Sinne bleibt mir nur noch, diesen Blog mit der „inoffiziellen Hymne Chiles“, einem Klassiker des lateinamerikanischen Rocks zu beenden. Es handelt sich um „Todos Juntos“ von „Los Jaivas“ aus dem Jahre 1973:
http://www.youtube.com/watch?v=Me4gBn3sb48
Hace mucho tiempo que yo vivo preguntándome:
Para qué la tierra es tan redonda y una sola no más?
Si vivimos todos separados, para qué son el ciel y el mar?
Para qué el sol que nos alumbra si no nos queremos ni mirar?
Schon seit langer Zeit lebe ich mit der Frage:
Warum ist die Erde so rund und es gibt auch nur eine?
Wenn wir alle nur für uns leben, warum gibt es dann den Himmel und das Meer?
Wofür gibt es die Sonne, die uns scheint, wenn wir uns nicht einmal ansehen möchten?
Wir sehen uns in Deutschland!...
















